SPD Dresden würdigt „Arbeiterkaiser“ August Bebel an seinem 100sten Todestag

Pressemitteilung

Politisches Frühstück und Musikalisches Gedenken an der August-Bebel-Straße

Vor 100 Jahren – am 13. August 1913 - starb August Bebel. Als „Arbeiterkaiser“ genoss er zu Lebzeiten idolhafte Verehrung: als Begründer der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung, als begnadeter Redner und Kämpfer für bessere Arbeitsbedingungen und die Gleichstellung der Frau, als Antimilitarist und Kritiker der deutschen Kolonialpolitik.

Während der Vorsitzende der deutschen Sozialdemokratie, Sigmar Gabriel, an Bebels Züricher Grab reist, gedenkt die SPD Dresden des langjährigen Vorsitzenden und Inhabers des Reichstagsmandats in Dresden Altstadt 1877 bis 1881 morgen in der nach ihm benannten Straße in Strehlen.

Von 9.30 bis 11 Uhr lädt der ansässige SPD Ortsverein Prohlis morgen auf der Grünfläche zwischen August-Bebel-Straße und Teplitzer Straße insbesondere die Studierenden in den anliegenden Wohnheimen zum „Roten Frühstück“ ein – bei Kaffee, Brötchen mit roten Brotaufstrichen und rotem Obst kann über die aktuelle Politik und das Leben und Wirken Bebels gesprochen werden. Mit dabei ist die SPD-Bundestagskandidatin und Historikerin Ines Vogel: „Was würde Bebel heute tun? Unter dieser Frage wollen wir zwanglos ins Gespräch kommen und gleichzeitig dafür sorgen, dass eine der zentralen Figuren der deutschen Geschichte im Bewusstsein wieder lebendiger wird.“

Am anderen Ende der August-Bebel-Straße (Ausgang Wasaplatz) findet am Dienstag um 16 Uhr eine Erinnerungsstunde der SPD Dresden statt. Musikalisch umrahmt vom Arbeitergesangsverein „Morgenrot“, der die alten Arbeiter- und Freiheitslieder der Bebelzeit zu Gehör bringen wird, wird Sabine Friedel, MdL und Dresdner SPD-Chefin Bebel politisch würdigen, Ines Vogel zur Verbindung Bebels zu Dresden sprechen und Karin Luttmann, Leiterin der ortsansässigen Landesstelle für Frauenbildung Sachsen wird zu Bebels Bedeutung für Frauenrechte und Gleichstellung referieren.

Sabine Friedel: „Der Vereinnahmung zu DDR-Zeiten zum Trotz ist August Bebel eine politische Identifikationsfigur. Gerade im 150. Jahr der SPD-Gründung muss seine Rolle für die Entwicklung der Demokratie in unserem Land gewürdigt werden und auch Dresden tut es gut, die Geschichte unserer Stadt nicht allein als die der Könige und Fürsten zu erzählen, sondern sich auch als wichtigen Ort der Freiheits- und Demokratiebewegung zu begreifen und wiederzuentdecken.“

Kontakt: Ines Vogel, 0173 5977236

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Hintergrund Bebel und Dresden: Seine erste Dresdner Rede hielt August Bebel bereits 40 Jahre zuvor, nämlich 1863 auf dem Stiftungsfest des Arbeiterbildungsvereins, dem er 1861 in Leipzig beigetreten war.

Drei Jahre später, und zwar am 25./26. März 1866, nahm er an einer Versammlung des Verbandes Deutscher Arbeitervereine in Dresden teil. Vom 12. bis 15. August 1871 referierte Bebel auf dem 2. Kongress der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei in der Dresdner Zentralhalle über die Wahlrechtsfrage. Bei der Zentralhalle handelte es sich um ein 1866 auf dem Fischhofplatz (nördlich der Annenkirche/heute überbaut) errichtetes Veranstaltungshaus, das als Versammlungsstätte der Arbeiterbewegung bekannt war.

Im Ergebnis des Leipziger Hochverratsprozesses von 1872 zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt, verbüßte Bebel im April/Mai 1874 drei Wochen davon auf der Festung Königstein im Obergeschoss des Alten Zeughauses. Bei den Reichstagswahlen 1877 und 1878 gewann Bebel einen Reichstagssitz im Wahlkreis Dresden-Altstadt. 1881 bis 1890 war Bebel Abgeordneter der 2. Kammer des Sächsischen Landtages. Während des Sozialistengesetzes (1878 bis 1890) wurde Bebel laut Verordnung vom 28. Juni 1881 gemeinsam mit anderen Sozialdemokraten, darunter auch Wilhelm Liebknecht, aus Leipzig ausgewiesen und siedelte nach Dresden über. Mit Ehefrau Julie und Tochter Frieda wohnte er 1884 bis 1890 im Vorort Plauen, Hohe Str. 22 (Ecke Bamberger Str./1945 zerstört).

1886 leitete Bebel eine illegale Landesdelegiertenkonferenz in der Meixmühle im Pillnitzer Friedrichsgrund nahe Dresden. Der Dresdner Parteitag 1903 war zwar wohl das wichtigste Ereignis, zu dem August Bebel nach Dresden kam. Der am 22. Februar 1840 in Köln geborene August Bebel war seit 1892 zusammen mit Paul Singer Parteivorsitzender und dominierte die historisch bedeutsame „Revisionismusdebatte“ zur Frage, ob die SPD weiterhin einen revolutionären Umsturz der alten Ordnung anstreben, oder stattdessen auf parlamentarische Arbeit und konkrete Reformen setzen solle.

Quelle: Arbeitskreis Traditionsforschung der SPD Dresden, 2003

 
 

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